Crossgolf City Wittenberg 2015

Stadtbesuch mal anders
geschrieben von Eve

11. Mai, Sonntagmorgen. Die Gruppe, die sich am Theodor-Heuß-Platz trifft und noch schnell Brötchen besorgt, ist klein, aber sie haben Großes vor. Einer von ihnen wird am Zielort noch aus Braunschweig dazu stoßen, erst dann ist die Gruppe vollständig. Der Berliner Teil der Gruppe allerdings ist vollzählig und so geht es schließlich auf die Autobahn – Ziel: Wittenberg!
Einmal im Jahr schaffen die Crossgolfer von Hook & Slice in Zusammenarbeit mit der Stadt Wittenberg ein Turnier der ganz besonderen Art. Wann hat man schon Gelegenheit, eine Stadt offiziell als Golfturnierplatz zu spielen? Das ist also das Ziel der Capital Crossgolfer, die sich wie viele andere zu diesem Anlass hier in der Brauerei eingefunden haben. Und bald schon geht es in gelosten Gruppen los.
Der Innenstadtbereich der Stadt ist unser Revier und so geht es zunächst den wohlbekannten Almosts an den Rand der Innenstadt – es ist grün und vor Wind weitgehend ungeschützt. Am Wasserlauf, der überquert werden muss, sind schon die ersten Flüche zu hören, auch die Metallstele, die in einer Gruppe von weiteren Stelen steht, entlockt dem einen oder anderen bereits pessimistische Befürchtungen hinsichtlich des eigenen Abschneidens bei diesem Turnier. Doch Wittenberg hat noch viel mehr zu bieten, hier wird das Synonym Urban Golf hervorragend umgesetzt: Streusalzbehälter, Blumenwägen, Brunnen und Bierfässer – all das sind Ziele, die städtischer kaum sein könnten. Und all das vor der Kulisse der wunderschönen, restaurierten Altstadt der Lutherstadt. Das macht es nicht nur zu einem Fest für Crossgolfer, die nun ganz offiziell auch mit ihrem Golfkart durch die Stadt fahren dürfen, sondern auch für Fotografen. Gerade im Stadtkern gibt es hiervon eine Menge, ist es doch auch eine touristisch sehr interessante Stadt. Die Neugier der Touristen ist so groß wie die der Stadtbewohner selbst, die den Crossgolfern zuschauen, sie anfeuern und sich angeregt mit ihnen unterhalten und die Ziele ebenso neugierig mustern.
Auch alte Bekannte sind hier, die nicht unbedingt natürlich in der Stadt wachsen: Ein Koffer im Grünen versprüht ein wenig Urlaubsgefühl – besonders nachdem erfolgreichen Abschluss der Bahn – und auch das Arschloch macht seinem Namen wieder alle Ehre. Wittenberg hat die so genannten Stadtbäche – der offene Teil eines der Bäche ist 2002 zur Nutzung den Bürgern der Stadt übergeben worden und heute werden sie als natürliche Hindernisse genutzt und fördern damit nicht nur beim Arschloch in spontanen Ballrettungsaktionen den Teamgeist und die Reaktionsgeschwindigkeit.
Es ist Nachmittag, als alle Crossgolfer sich wieder in der Brauerei einfinden – erschöpft, aber glücklich – und nach einer kleinen Stärkung die Siegerehrung erfolgt. Alle hatten einen wunderbaren Tag hier und ein großes Lob geht auch an dieser Stelle nochmals an Hook & Slice, die es nicht nur geschafft haben, das Turnier hier erneut auszurichten, sondern auch, dass das Wetter bis zur Rückkehr aller Crossgolfer zum Brauhaus tatsächlich entgegen den Prognosen trocken blieb.

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